Entdecken Sie das Gard mit seinen Bewohnern

DIE CAMARGUE VON...

Jean-Claude Groul

Eigentümer der Manade Saint-Louis in Montcalm, Gemeinde Vauvert

Die Camargue bietet eine große Vielfalt, zwischen dem trockenen Land mit wenig Vegetation und den guten Anbaugebieten, aus denen der wunderbare Reis kommt.

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Worin besteht der Beruf oder eher die Berufe eines Manadier?

Stiere und Pferde müssen gezüchtet werden, um unsere Traditionen, unsere Camargue-Rennen zu erhalten. So sind wir heute sehr viele echte Manadiers, die den Tourismus und seine Aktivitäten entwickelt haben, damit unsere Strukturen am Leben erhalten bleiben. Tiere bis zu einem Alter von 4 oder 5 Jahren großzuziehen bringt wenig ein, außer dem Glück, sie morgens im Hof des Bauernhauses zu sehen...

Sie haben 160 Stiere und Kühe, nicht alle sind mutige Cocardiers?

Unter den 30 bis 40 pro Jahr geborenen Tieren gibt es nicht nur gute Camargue-Tiere. Diejenigen, die es nicht sind, kommen zum Schlachten, andere dienen als „Simbeu“, ruhige Tiere, die an den Abrivados teilnehmen, wenn wir die Stiere durch die Straßen treiben.

Was symbolisiert Ihrer Meinung nach am besten die Camargue?

Sicherlich der Stier und das Camargue-Pferd!

Und auf kulinarischem Gebiet?

Natürlich das Fleisch des Camague-Stiers*! Aber Vorsicht, man muss ein AOP-Fleisch verlangen, wenn man im Restaurant zum Beispiel eine Gardianne isst. Das AOP-Fleisch wird selbstverständlich in der Region verzehrt. Da man hier die Stiere nicht wegen des Fleisches züchtet, gibt es anderswo nicht viel davon. In Paris werden Sie es nie bekommen.

Und was empfehlen Sie, um die Camargue-Seele richtig zu fühlen?

Sie müssen im Sommer zu den Dorffesten gehen. Die Feste von Saint-Laurent-d’Aigouze, Le Cailar, Vauvert… sind wunderschön, ebenso wie die in Aigues-Mortes im Oktober.

Die Veillée camarguaise ist bei Ihnen auch eine wichtige Zeit, nicht wahr?

Man zeigt die Ferrade, das Markieren der Tiere. Dann lässt man die jungen Kühe in unseren Arenen laufen, damit sich die Touristen amüsieren können. Anschließend isst man gemeinsam, sicher eine Gardianne aus Camargue-Stierfleisch. Und das alles mit Zigeunermusik. Es ist ein schönes Fest und gefällt allen Gästen.

Wie kann man Traditionen und Folklore genießen?

Man muss die Menschen suchen, und keine Angst haben, mit ihnen zu reden. So mache ich es, wenn ich unterwegs bin, ich fahre herum, ich rede gern. Deshalb haben wir bei uns zu Hause Fremdenzimmer. Die ganze Familie nimmt teil, die Mutter, die Schwester: das mögen die Gäste.

Das AOP-Fleisch Taureau de Camargue gehört heute zur "Bemerkenswerten Stätte des Geschmacks, Wiesen und Sumpfgebiete der Tour Carbonnière“

Danke, Jean-Claude, für das Gespräch und bis bald!

DIE CEVENNEN VON...

Daniel Travier

Konservator des Museums der Täler der Cevennen (Wiedereröffnung im Jahr 2015 in der Maison Rouge)

Der Reichtum der Cevennen: eine Vielfalt an eigenen Welten, eine so reich wie die andere.

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Die rebellischen Cevennen, ist das nicht ein wenig untertrieben?

Es ist eines der starken Elemente, die die Bevölkerung am meisten geprägt hat in Bezug auf Identität bis heute, aber nicht nur das. Sie sehen, 1000 Jahre Leben rund um den Kastanienbaum, das trägt auch zu einer starken Identität bei.

Die Cevennen, angekündigt vom Cevennen-Piemont, sind nicht einfach einzugrenzen...

Die Cevenne, das heißt jedem seine eigene. Und das hat sich sehr geändert. Bis zum 20. Jahrhundert war es die Bergkette, die die Wasserscheide zwischen Atlantik und Mittelmeer bildete. Heute meint man den Anteil des Protestantismus und die Gegenden, in denen das Cevennen-Gewissen am stärksten ist, vom Südhang des Mont-Lozère bis nach dem Aigoual-Massiv. Im Süden wird die Grenze zur Mittelmeer-Ebene durch viele kleinere Städte gekennzeichnet: Le Vigan, Sumène, Saint-Hippolyte, Anduze, Alès, Saint-Ambroix...

Sie hängen besonders an dem sogenannten Désert, in Verbindung mit der Unterdrückung des Protestantismus. Erklären Sie uns den Begriff?

Es ist der Zeitraum zwischen dem Widerruf des Edikts von Nantes im Jahr 1685 und der Französischen Revolution, die 1789 die Gewissensfreiheit wieder herstellte. Die verfolgten Cevennen-Bewohner haben sich mit den 40 Jahren Umherirren von Moses und dem hebräischen Volk in der Wüste, beim Verlassen Ägyptens identifiziert.

Was würden Sie dem Besucher, der die Seele der Cevennen etwas besser kennenlernen möchte, empfehlen, bis das neue Museum der Cevennen-Täler eröffnet wird?

Das Musée du Désert in Mialet auf alle Fälle, das Seidenmuseum in Saint-Hippolyte, das Cevennen-Museum von Le Vigan und dann alle erklärenden Wege.

Und das Essen der Cevennen?

Das ist eher eine zeitgenössische Sache. Traditionell waren die Cevennen ein armes Land ohne Gastronomie. 365 Tage pro Jahr aß man Kastanien, aber nicht raffiniert zubereitet. Seit einigen Jahren hat sich das Image verändert, gleichzeitig wie die Produkte, deren Qualität praktisch explodiert ist: Pélardon-Ziegenkäse, süße Zwiebeln, Wurstwaren, Honig und Kastanien findet man in immer feineren Zubereitungen.

Danke, Daniel, für das Gespräch und bis bald!

DIE KÜSTE DES DEPARTEMENT GARD VON...

Jérôme Dalle

Fischer und Eigentümer des Ausflugsbootes Picardie

Grau-du-Roi hat eine authentische Seite mit seinem Fischerhafen, den Trawlern, die täglich hereinkommen, den kleinen Booten...

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Sie sind Fischer und bieten Ausflüge an Bord der Picardie an, eines 17 m-Katamarans für bis zu 79 Personen. Wie kamen Sie auf diese Aktivität?

Ich stamme aus einer Fischerfamilie seit 3 Generationen, ich war in der Marine-Schule in Sète und fische seit ich 15 Jahre alt bin. 5 Monate lang sind wir aktive Fischer, dann von März bis Oktober fahre ich mit dem Katamaran.


Sie bieten mehrere Möglichkeiten?

Wir versuchen zu zeigen, was man alles macht. Vormittags Fischen, Ausflüge ganztags und abends, festliche Ausflüge mit Grillgerichten, Aperitifs, Zeit zum Baden, aber auch besondere Abende mit DJ...

Und Sie werden nie der Landschaft überdrüssig?

Möchten Sie, dass ich eine so wunderschöne Gegend langweilig finde? Ich könnte auch in einem Büro arbeiten. Aber hier ist jeder Tag anders: einmal haben Sie Regattboote, die um Sie herum segeln, am nächsten Tag sind es Trawler, am übernächsten 500 Yachten. Bewegtes Meer, ruhige See, immer wieder andere Farben, man sieht Vögel, Delfine, Thunfische...

Was raten Sie einem Besucher, wenn er nach Grau-du-Roi - Port Camargue kommt?

Er soll erst mal auf dem Hauptkai Colbert spazieren gehen und die ankommenden Boote ansehen, den Fischverkauf am Morgen, die Versteigerung nachmittags. Dann gibt es den Espiguette-Strand, das Seaquarium und einen sehr hübschen Markt.

Erzählen sie uns ein wenig von den örtlichen Spezialitäten. Was soll man versuchen?

Die Seeteufel-Bourride, Tellmuscheln mit Knoblauch-Petersilie, Kraken-Rouille ganz typisch für hier, gratinierte Muscheln, aber man kann auch eine gute Bouillabaisse essen.

Welche Veranstaltungen sollte man Ihrer Meinung nach nicht versäumen?

Für mich sind die schönsten Feste das Fest des St. Pierre (Mitte Juni) und die Vogua Monstra (Ende Mai), und natürlich die Languedoc-Lanzenturniere. Es gibt auch die Graulinades rund um kulinarische Traditionen.

Danke, Jerôme, für das Gespräch und bis bald!

NÎMES AUS DER SICHT VON...

Michel Hermet

Präsident des Verbands der Sommeliers Frankreichs, Winzer und Eigentümer des Restaurants le Wine Bar – Le Cheval blanc

Nîmes ist wirklich die Kreuzung zwischen Spanien und Italien. Ist es wegen unserer römischen Denkmäler? Auf alle Fälle sind wir sehr romanisch.

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Sie haben lange im Ausland gearbeitet, welche Trümpfe hat Nîmes zu bieten?

Ich bin im Hérault, dem benachbarten Departement, geboren und habe daher auch einen etwas anderen Blick! Nîmes ist eine Stadt mit einer Seele. Etwas Starkes kommt aus Nîmes. Sicher ist es der etwas rebellische Charakter der Einwohner von Nîmes. Die Stadt hat eine starke Identität, sie ist leidenschaftlich und fesselnd.

Eine Leidenschaft, die der Urlauber erleben kann?

Alle Besucher finden viel Charme in Nîmes. Diese angenehme Stadt hat alle Trümpfe einer Großstadt, aber ohne ihre Nachteile. Es ist eine Stadt, in der die Menschen sehr gern umhergehen. Nîmes hat viele kleine sympathische Straßen, ohne von den Monumenten zu sprechen, die das Prestige ausmachen.

Um die Seele Nîmes zu spüren, was würden Sie empfehlen?

Ich habe jahrelang im Ausland gelebt und meine, es gibt etwas Fundamentales, wenn man irgendwo ankommt: man muss auf die anderen Menschen zugehen. Und um das Leben in Nîmes zu verstehen, gibt es etwas ganz Einfaches: gehen Sie auf die Märkte. Da finden Sie die lokalen Farben und nirgendwo anders werden Sie eine bodenständigere Fauna vorfinden. Das ermöglicht ihnen, vieles über die Stadt zu verstehen, über die Umgebung und was sie leben lässt. Les Halles sind für mich der Markt.

Für Sie als Sommelier, womit lockt die Gegend die Weinliebhaber?

Zwischen Spanien und Italien gelegen sind wir von den weltweit größten Weinbergen umgeben und haben eine außergewöhnliche, sehr abwechslungsreiche Weinkultur, die sich beispielsweise in den Weinen des Duché d'Uzès, seit kurzem AOC, und bis zu den Weinen der Cevennen zeigt.

Zurück zu Nîmes. Welches sind Ihre liebsten Orte hier?

Ich liebe das historische Nîmes, Ecusson, bei der Rue Fresque... und dann natürlich auch die Jardins de la Fontaine. Oder man trinkt einen Kaffee auf der Esplanade gegenüber der Arena: das ist eine außergewöhnliche Ansichtskarte.

Danke, Michel, für das Gespräch und bis bald!

Uzège et pont du Gard

UZÈGE AUS DER SICHT VON...

Michel Tournayre

Präsident der Trüffelzüchter Frankreichs, Les Truffières d’Uzès

Ich kann wirklich die kleinen Erzeugermärkte empfehlen: dienstags in Saint-Quentin, mittwochs in Uzès. Und trinken Sie auf alle Fälle ein Glas Wein an der Place aux Herbes.

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Als Vertreter der dritten Generation von Betreibern haben Sie alles rund um die Trüffel ausgerichtet?

Ich gehe die Sache lehrreich an: ich betreibe Gastronomie und organisiere Besichtigungen meiner Trüffelfarm, 15 Hektar eines in Frankreich einmaligen Arboretums: kurz gesagt Trüffel-Tourismus.

Was hat die Uzès-Trüffel Besonderes an sich?

Ihre Besonderheit ist zuerst der Boden: ein sehr günstiger Boden, kalkhaltig, aber ziemlich leicht, was eine bemerkenswerte Qualität ergibt. Um 1840 gab es hier bereits eine Trüffel-Konservenfabrik. Wir erzeugen immer schwarze Trüffel.

Wie verwendet man sie?

Man braucht pro Person zwischen 5 und 10 Gramm, und raspelt sie einfach zuletzt über ein warmes Gericht, keinesfalls darf man sie kochen. Zu Rührei beispielsweise oder zu Teigwaren, oder im Winter auf Feldsalat.

Sprechen wir ein wenig vom Land. Was hat Uzège Besonderes?

Uzège ist vom Umweltgesichtspunkt her ein geschütztes Gebiet. Nach dem zweiten Weltkrieg und dem Industrie-Boom ist Uzès eine Stadt des Terroirs geblieben.

Und darüber hinaus ist Uzès schick, nicht wahr?

Wissen Sie, man sagt ja, Paris sei die schönste Stadt der Welt, aber Uzès ist die schönste Stadt Frankreichs!

Und abgesehen von Uzès?

Ich liebe die Natur, ich mag unbekannte Orte, aber wenn ich im Gardon unter dem Pont du Gard schwimmen kann, ist das wirklich das Höchste. Sonst sind im Kanton Uzès alle Orte bemerkenswert mit kleinen Cafés, und den ganzen Sommer über ist immer etwas los, zum Beispiel die Märkte am Abend...

Bleiben wir bei der Natur: für die Sportler?

Wer gern läuft, findet immer schöne kleine Wege. Ich betreibe meinen Sport auf den Feldern. Ah, es gibt etwas, was mich fasziniert. Wer wirklich das Land entdecken möchte, sollte einen Ausflug mit dem Heißluftballon machen, bei Montgolfières du Sud in Blauzac. Dabei sieht man tatsächlich, wie schön die Uzège ist und man gewinnt an Höhe, wörtlich gesprochen. Das sollte man unbedingt machen, wenn man etwas Schönes erleben will.

Danke, Michel, für das Gespräch und bis bald!

DAS CÈZE-TAL VON...

Annie Ygon

Präsidentin des Verkehrsamts von Vallcèzard, Goudargues

Sanft und wild, das Cèze-Tal ist authentisch, mit kleinen Dörfern, die so geblieben sind. Interessant und schön zu jeder Jahreszeit.

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Das Cèze-Tal ist ein transversales Land, welches ist seine Identität?

Man darf vor allem nicht vergessen, dass die Cèze aus den Cevennen kommt, also ein Gebirgsfluss ist. Die Gegend ist etwas geheimer, unbekannter, geschützter, echter, authentischer, weniger urbanisiert. Man muss sie erkunden.

Welche Arten Besucher finden hier ihr Glück?

Die Menschen, die das Cèze-Tal besuchen, suchen natürlich Urlaub im Grünen. Sie kommen oft mit der Familie und brauchen nichts zum Angeben. Es gibt zum Beispiel viel Wanderer, aber auch einfach alle, die am Flussufer nur Dolce Farniente suchen.

Was sollte man Ihrer Meinung nach unbedingt ansehen?

Highlights sind die Sautadet-Wasserfälle und der Ort de la Roque: Ein einmaliger Rahmen! Sie können aber auch nach Cornilllon fahren, einem hochgelegenen Dorf mit prachtvoller Aussicht, oder nach Montclus, einer sehr gut erhaltenen Stadt, die sich bis an den Fluss erstreckt, nach Aiguèze an der Ardèche, Barjac auf der Hochebene oder auch nach Lussan. Im unteren Tal liegt auch Goudargues, ein wunderschöner Ort am Fluss mit Platanen und vielen Geschäften.

Und die Gastronomie?

Für jedem Geschmack und jeden Geldbeutel gibt es etwas. Hier finden Sie gute heimische Erzeugnisse, die in den Restaurants sorgfältig zubereitet werden.

Gibt es einen Ort, wo Sie gern sind, wo Sie sich wohl fühlen?

Die Gegend von Montclus mag ich besonders gern, es ist eine ruhige Ecke mit geheimeren Badeplätzen, ideal für kleine Kinder. Hier sind sie in Sicherheit. Oft gehen wir auch zum Aussichtspunkt Cornillon hinauf, der eine typische Landschaft ist mit fantastischem Blick auf die Cèze und mit der Zeit zu einem Künstlerdorf wird.

Danke, Annie, für das Gespräch und bis bald!

DAS RHÔNETAL DES GARD VON ...

Aline Fromangé

Leiterin des Gästehauses Le Mas des Îles in Pont-Saint-Esprit

Fern vom Massentourismus haben wir individuelle Angebote.

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Was suchen die Gäste hier am Westufer der Rhône?

Zuerst mal Sonne, wir sind ja immerhin im Süden. Die Klischees - Lavendel, Oliven, Obst und Sonne - sind Dinge, die die Gäste suchen. Aber unser Unterschied ist genau der, dass wir viel authentischere Dinge als anderswo zeigen können. Wir haben alles, was Sie suchen, und noch dazu viele Tipps.

Sie selbst bieten einen äußerst kompletten Service an, der von Unterkunft bis zu vielen Entdeckungsmöglichkeiten geht...

Ich glaube, man muss das bieten, was die Gäste erwarten. Die Besucher hier an der Rhône suchen Aktivitäten in der Natur, einen schönen problemlosen Urlaub, ohne sich viel Gedanken machen zu müssen. Wenn man Aktivitäten, Besichtigungen der Gegend, des Kulturerbes, der Kellereien anbietet oder für einen Tag lang Goldsucher sein möchte, so ist das abwechslungsreich und passend. Fern vom Massentourismus haben wir individuelle Angebote. Bei uns werden nur heimische Produkte für die Mahlzeiten verwendet. Wir sagen, woher es kommt und das ist gut so.

Sie sprachen vom Wasser, aber der Wein ist hier doch auch präsent!

Das stimmt. Der Wein, das sind schon mal die Landschaften, die Wanderungen durch die Weingüter vor einer Weinprobe. Es muss angenehm und spielerisch sein. Wir gehören zum staatlichen Siegel Vignobles & Découvertes, das zur Aufwertung der Gegend im Jahr 2009 eingeführt wurde. Ziel ist es, etwas Globales als Motto zu haben und nicht einfach nur zu einem Händler zu gehen und eine Flasche zu kaufen.

Zum Abschluss, ein kleiner Lieblingsort in diesem Rhônetal?

Das Musée d’art sacré in Pont-Saint-Esprit sollte besser bekannt werden, denn es ist wirklich ein besonderer Ort, ein restauriertes mittelalterliches Haus mit Hunderten Wappen und Personen, mit einer der schönsten bemalten Decken Europas und einer Sammlung, die über das Sakrale hinausgeht. Pont-Saint-Esprit ist übrigens sehr leicht zu erreichen, auch für Gäste, die nicht mit dem Auto kommen. Das muss auch mal betont werden. Hier ist alles individuell gestaltet.

Danke, Aline, für das Gespräch und bis bald!




DER ECHTE GARD VON...

Alain Girard

Alain Girard, konservator am Musée d’Art sacré du Gard in Pont-Saint-Esprit

Hinter dem Stein steht der Mensch. Wir möchten die Touristen dazu anregen, nicht nur die Steine zu sehen, sondern auch unsere direkten Vorfahren. Es ist das Erbe, patres monium, was von den Vätern kommt.

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Sakral ist nicht nur religiös, vor allem in unserer Zeit. Und Sie stellen ein laizistisches Museum vor. Was ist denn dann eigentlich Ihr Sakrales?

Es ist alles, was zum Herzen des Menschen gehört. Sobald man in eine gewisse Tiefe kommt, findet man etwas Heiliges, das uns den anderen verstehen lässt, von einer Kultur in die andere zu gehen. Sakral ist was uns von Generation zu Generation verbindet, von Kultur zu Kultur, das Wesentliche unserer Menschheit. Religion ist eine Art, sich an etwas Unsichtbares zu wenden. Wir schlagen etwas anderes vor.

Was überrascht den Besucher als erstes?

Wenn man eintritt, steht man vor dem Bild des Fayoum (eines Römers, der in Ägypten wohnte). Er blickt Ihnen in die Augen und zieht Sie an. Das ganze Museum steht unter diesem Begriff des Dialogs. Es gibt eine Rede rund um die Werke, die sehr frei fragt: woher kommen wir? Wer sind wir?

Der Gard ist ein reiches Land. Was macht seine Authentizität aus?

Der Gard ist ein Mosaik von Gebieten und religiösen Ereignissen. Wir sind ein Land der Überzeugung, ein Durchgangsland, eine Öffnung zum Mittelmeer. Es wurde immer angepasst, bevor man annahm. Man akzeptiert es, einen anderen zu empfangen, über die schmerzhaften Episoden hinaus. Diese Fähigkeit zur Gastfreundschaft tragen wir in uns.

Was für eine authentische Zeitreise könnte man heute im Gard machen?

Sicher gibt es für die Römerzeit Nîmes, die große Sehenswürdigkeit mit dem Pont du Gard. Für das Mittelalter darf man Aigues-Mortes nicht ausklammern, aber es gibt auch Villeneuve-lez-Avignon. Für die Moderne, das 17. und 18. Jahrhundert, ist Uzès unumgänglich. Für das menschliche Genie ist es sicher der Pont-Saint-Esprit, der seit 1265 den Fluten der Rhône standhält.

Und für die mehr zeitgenössische Epoche?

Für die Industrialisierung haben wir die Genossenschaftskellereien, Alès und das Bergwerk, aber man kann auch von zeitgenössischer Kunst sprechen. Sehen Sie die Fenster von Pierre Parsus in der Kirche Saint-Joseph des Trois Piliers in Nîmes an, oder die von Claude Viallat in Notre-Dame des Sablons in Aigues-Mortes, oder aber Foster, der das Carré d’Art gegenüber der Maison Carrée errichtet hat, um einen Dialog zu schaffen. Interessant ist die Verbindung: wir haben ein lebendiges Erbe.

Danke, Alain, für das Gespräch und bis bald!




DER GARD ALS NATURERLEBNIS VON...

Serge Poujol

Erfinder von Semelles au vent, Touren- und Wanderangebote, Le Vigan

Die Abwechslung der Landschaften von Nord nach Süd ist sagenhaft, aber auch im Verlauf des Jahres. Ich habe schon an einem Tag eine Schneeschuh-Wanderung gemacht, und am nächsten Tag einen Ausflug in der Camargue.

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Semelles au vent ist ein äußerst komplettes Angebot...

Im Wesentlichen bietet es komplette begleitete Wanderausflüge: Transport, Unterkunft, Betreuung, Verpflegung... zu Fuß, per Fahrrad oder mit anderen Transportmitteln. Zuletzt wurde beispielsweise ein Ausflug mit E-Fahrrad, Wanderung und sogar Kutsche organisiert, in einer Woche von den Cevennen zur Camargue und zum Meer. Alle unsere Strecken sind GPS-geprüft, sehenswerte Orte sind angezeigt.

Ihre Touren führen Sie bis nach Patagonien, aber was macht den Reiz der Natur des Gard aus?

Die rasche Abwechslung zwischen Meer und Bergen und eine fantastische Palette an natürlichen Landschaften und Orten. Der Gard hat eine wilde, authentische Seite, aber qualitativ hochwertige Unterkünfte, was wirklich nicht überall der Fall ist. Der Umweltschützer-Aspekt passt gut zu uns. Wir sind sehr wachsam bei den drei Seiten des nachhaltigen Fremdenverkehrs: sparsam, sozial und umweltbewusst. Die Nachhaltigkeit drückt sich auch im Wunsch aus, Aufenthalte am Rand der Saison, im Mai/Juni und September/Oktober zu planen.

Was sucht der Wanderer heute?

Im Allgemeinen sucht er Authentizität und eine gute Unterkunft, Begegnungen mit Einheimischen, die auf dem Land arbeiten, und natürlich die schöne Landschaft. Er verlangt auch einen gewissen Komfort beim Transport.

Welche unbedingt sehenswerten Tourismus-Orte in der freien Natur gibt es für Sie im Gard?

Ich würde sagen: eine Via ferrata am Gardon, eine Cañon-Fahrt, Kanufahrt, Wanderung mit Eseln und natürlich alles was man mit Fahrrad oder zu Fuß machen kann. Zu betonen ist die sehr gute gelbe Markierung der Wege. Das Departement Gard hat enorme Anstrengungen unternommen, um ein sehr gut strukturiertes Wegenetz von der Camargue bis zum Aigoual zu erstellen, das ist ein Plus.

Können alle Besucher, alle Sportler hier ihr Glück finden?

Ah ja, außer diejenigen, die besonders komplizierte Sachen machen möchten wie in den Alpen oder Pyrenäen. Aber für Familien, Jugendliche, Rentner gibt es das ganze Jahr über tolle Erlebnisse.

Danke, Serge, für das Gespräch und bis bald!




DER GARD FÜR FEINSCHMECKER VON...

Michel Kayser

Chef im Restaurant Alexandre in Garons, 2 Sterne im Michelin-Führer

Ein Sommergericht, das man leicht zubereiten kann oder nur zum Versuchen? Ich würde für die Brandade stimmen, es ist immerhin eine historische Spezialität.

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Seit Jahren sind Sie die Galionsfigur der Gard-Gastronomie. Ist es schwierig, den Platz zu behalten?

Ich habe dieses Haus nach einer Reise durch ganz Frankreich übernommen; ich wollte einfach ein guter Koch sein, wie es auch ein Schreiner oder Steinmetz gemacht hätte. 1987 bekam ich einen Stern im Michelin. Der zweite kam 20 Jahre später hinzu. Die Kunden sind für mich die Stars. Man muss gut zuhören können und bescheiden bleiben. Meine Gäste sollen glücklich nach Hause gehen.

« Wunderbar, ohne viel Umstände, schmackhaft, klug und fein", so lauten die Kritiken über Sie... Wie würden Sie selbst Ihre Küche bezeichnen?

Meine Küche kommt aus den vielen Erfahrungen und von den Menschen, die mich gelehrt haben, weiter zu denken. Im Jahr 1969 habe ich die klassische Küche erlernt, Saucen, Fonds, Jus ... und ebenso die guten Produkte. Dann kam Michel Guérard mit seinem Feinschmecker-Salat, einer leichten revolutionären Küche. Die Leute begannen darauf zu achten, was sie aßen. Die Kochkunst entwickelte sich weiter, und wir mit ihr: man macht heute keine Thermidor-Lobster mehr. Jeder hat seine eigene Persönlichkeit. Aber letztlich muss die Küche einfach gut sein. Wenn man den Gast mit dem Essen, der Aussicht, der Technik begeistern kann, umso besser.

Der Gard hilft dabei, nicht wahr?

Der Gard ist ein Garten; wir sind in unserer Region wirklich privilegiert. Ein fantastisches Land, Küste, Hinterland. Die Basis meiner Küche ist zuerst natürlich das Produkt, denn ich bin hier im Gard und der Gard verwöhnt mich. Wenn ich das Produkt finde, darf es nicht verfälscht werden, nur verarbeitet, um es schöner zu machen. Auf einem Teller haben Sie mindestens drei Rezepte, und das gibt ein schönes Gericht.

Was soll man unbedingt aus einem Urlaub im Gard mit nach Hause nehmen? Stellen Sie uns einen kleinen Korb zusammen?

Es hängt von der Jahreszeit ab, aber sagen wir mal: Ziegenkäse, Camargue-Salz, Brandade, viele Kräuter, Spargel und andere Gemüse, Steinpilze, Trüffel aus Uzès, Obst, Erdbeeren, Kirschen, Weinberg-Pfirsiche, Äpfel... Bullenfleisch aus der Camargue, süße Zwiebeln... Es gibt tausend Produkte, die Ihnen Freude machen.

Danke, Michel, für das Gespräch und bis bald!




DER GARD UND DAS MEER, GESEHEN VON...

Bernard Suzzarini

Direktor für Kommunikation der Capitainerie von Port-Camargue

Was anzieht, ist vor allem der Blick auf den Horizont. Ob es regnet oder stürmt, bei Mondschein oder Sonne, sehen Sie das Meer an, es ist fantastisch.

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Woher hat Port-Camargue seinen Platz als erster Sportboothafen Europas?

Es ist ein Hafen in einer sehr guten Lage, mit unheimlich viel Verkehr zwischen Italien, Spanien und der PACA. Über ein Drittel unserer ausländischen Kunden kommen aus Europa. Man kann sagen, wir sind der erste Hafen für Schweizer, Deutsche, Belgier und Luxemburger! Und wir haben an allen Tagen rund um die Uhr geöffnet.

Dieser große, im Jahr 2014 tiefer ausgebaggerte Hafen ist auch ein Beispiel für Sauberkeit...

Wir kämpfen nämlich seit 1988 für den Schutz der Umwelt. Wir haben die strengste ISO-Norm. Unsere Probenahmen sind öffentlich und zeigen an, dass die Wasserqualität tatsächlich einwandfrei ist.

In den letzten Jahren haben Sie ein Angebot für das ganze Jahr entwickelt. Mit welchen Möglichkeiten?

Wir wollten den Segelsport etwas demokratischer gestalten, den Urlaubern die Möglichkeit geben, eine Stunde oder einen Nachmittag lang Jet-Ski zu fahren oder einfach ein Motorboot mit oder ohne Führerschein zu mieten, ein Segelboot, ein Kanu, Kajak, usw.

Und Segeln?

Wir haben die erste Segelschule Frankreichs mit zwei großen Bereichen: Segeln und Kitesurf. Jährlich haben wir über 6350 Stunden Praktika für Kite und 13500 für Segeln.

An erster Stelle für Segeln, auch für Fischen?

Le Grau-du-Roi ist jetzt tatsächlich der erste Fischerhafen des Mittelmeers, vor Sète. Man spricht von der Kleinfischerei, bei der die Fischer ihre Netze an der Küste und im Inneren der Wasserflächen auslegen. Dann gibt es die Großfischerei, die Trawler, die für einen ganzen Tag aufs Meer hinaus fahren und abends zurückkehren und ihren Fang abladen.

Was findet man hier an Produkten aus dem Meer?

Zuerst die Telline, eine wichtige Spezialität unserer Strände. Das allein zum Apero mit einem kühlen Getränk ist schon perfekt. Dann gibt es noch viele andere Erzeugnisse: Dorade, Rotbrasse oder Seewolf und als Gericht die Rouille à la graulenne zum Beispiel.

Danke, Bernard, für das Gespräch und bis bald!